Angesichts des drastischen Anstiegs konzessionierter Mietwagen im Berliner Umland warnt der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland vor einem irreparablen Schaden für das ehrliche Taxigewerbe. Die jüngsten Enthüllungen aus dem Landkreis Teltow-Fläming belegen ein massives Kontrolldefizit der Behörden.
Der Mietwagen-Boom im Detail zeigt ein explosionsartiges Wachstum: Allein in Teltow-Fläming stieg die Zahl der Mietwagen von 240 (Ende 2023) auf 1.357 (Ende 2025) und soll nun aktuell bei bereits über 1.600 liegen. Dieses ist der größte Zuwachs landesweit. Die Zahl der reinen Mietwagenanbieter kletterte im selben Zeitraum von 32 auf 76 Betriebe. Es ist eine Sogwirkung. Die strengeren Berliner Kontrollen treiben plattformvermittelte Flotten (wie Uber und Bolt) gezielt ins unvorbereitete Umland.
Die Behörden kapitulieren vor der Kontrollpflicht. Durch den eklatanten Personalmangel in den Boom-Jahren 2023 und 2024 bearbeitete eine einzige 25-Stunden-Teilzeitkraft das gesamte Antragsaufkommen. Eine Kontrolle fand so gut wie nicht statt. Im gesamten Jahr 2024 wurden in Teltow-Fläming lediglich vier Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt.
Ein Großteil der Fahrzeuge bricht systematisch die gesetzliche Rückkehrpflicht und verbleiben als illegale Taxis dauerhaft in Berlin.
„Wir erleben im Berliner Umland einen eklatanten Kontrollverlust der Behörden auf dem Rücken des ehrlichen Taxigewerbes“, erklärt Thomas Kroker, Präsident des TMV. „Es ist ein administratives Versagen sondergleichen, wenn eine Flotte von weit über 1.000 Fahrzeugen über Jahre von einer einzigen Teilzeitkraft verwaltet wird und praktisch unkontrolliert agieren kann. Durch dieses absolute Defizit bei den Betriebsprüfungen wird ein zutiefst unfairer Wettbewerb plattformvermittelter Mietwagen staatlich toleriert, der die Existenz unserer regulären Taxibetriebe massiv bedroht. Die Ausrede der Landrätin, die Dynamik sei nicht absehbar gewesen, ist angesichts der frühen Warnungen des Landkreistages völlig haltlos. Wir fordern das Land Brandenburg und die Kreise auf, endlich durchzugreifen.“
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